An einem Donnerstag kommen einem doch die kühnsten Ideen. So las ich, dass Slavia am Abend gegen den FC Hradec Králové spielt. Karre klar gemacht, Mitstreiter gesucht und ab ging die Post. Halb vier rollte der Wagen in DD-Nord los. Erster Zwischenstopp Liebenau – den letzten Triebi eingesackt und ab ging es ins Honzaland. Vignette geholt, Kippen gekauft und Bier gefasst. Weiter ging es über die E55 Richtung Prag, alles sehr reibungslos bis, allerdings dann schon in Prag, der Stau anfing. Na Klasse! Die Ankunftszeit war eh schon knapp berechnet und so wurde aus 18:06 Uhr natürlich 18:40 Uhr Ankunft. Was solls, ab zum Kartenfräulein, welche sogar mein durchaus gutes Englisch verstand. Thank you, Missy!
Was hörten unsere Ohren allerdings? Einen Torschrei… Sinnlos! Egal, rein die Synot Tip Arena und erstmal Klobasa und Pivo geholt. Eine Auswertung findet ihr ganz unten. Die Plätze auf der Haupttribüne waren gut und der Aufstieg zu diesen ziemlich steil, aber das sind wir ja gewöhnt. ;) Neben mir dann ein Slavia-Opa, der gefühlte 3 Bewegungen im ganzen Spiel gemacht hat. Es stand wie gesagt schon 1:0 für den Hausherren und der Blick schweifte in die Fanblöcke. Auf Seiten Slavias ca. 350 Motivierte, welche auch gut für Stimmung sorgten. Zaunfahnen war eine ganze zu erkennen, welche am Rand hing und den mächtigen Titel “Fans of Alcohol” trug. Ansonsten feierten sie ihren Helden – David Hubacek. Was dieser für Verdienste hat kann ich leider nicht beantworten, da ich eher der England-Spezi bin.
Die Gegenseite hinter einer Ultras-Fahne und mehreren anderen kleinen. Zahlenmäßig ca. 50-60 Mann sorgten für gute Stimmung in ihrem Sektor. Ich nehme es vor weg, für eine 5:0-Klatsche beim Tabellennachbarn war das sehr beachtlich!
Zurück zum Spiel, die Prager klar besser und Králové sah überhaupt keinen Stich. Folglich erzielte Slavia das 2:0 nach groben Stellungsfehler der Abwehr. So ging es weiter, denn nur eine Minute später der nächste Riesenpatzer beim Passspiel und Meister Skoda (ja, der heisst echt so) lupfte den Ball in Messi-Manier über den verdutzten Torwart ins Netz. “Dieser Rasen ist gemäht”, würde Bely Rethy jetzt sagen. Nun war aber erstmal Halbzeit. Diese wurde genutzt um etwas rumzugriebeln und die Tschechoslowakischen Mädchen zu inspizieren. Bier gabs natürlich auch noch.
Dann teilte sich die Gruppe. Ich und Kollege M. bezogen wieder unsere Plätze, die anderen beiden gingen noch etwas griebeln und kamen sogar ohne Probleme in den VIP-Bereich, ohne davon selbst zu wissen. Solche Geschichten schreibt nur das Leben. Wir mussten unterdessen zu sehen wie das Spiel vom Schiedsrichter genutzt wurde, um sich selbst zu profilieren. Aber vorher gab es noch einen richtig dicken Gewitterguss, allerdings wurde trotz 30 Minuten heftigen Regens weiter gespielt. Aber nun zum Schiedsrichter.
Man stelle sich vor:
- Slavia hat Ecke
- der Ball kommt hoch in den Strafraum
- Slavia-Stürmer und Abwehrmann stehen ca. einen halben Meter auseinander
- Stürmer setzt zum Fallrückzieher an und der Abwehrmensch bleibt ohne Reaktion stehen
- Stürmer fällt auf Rücken (völlig normal beim Fallrückzieher), Abwehrmann immernoch nen halben Meter weg
- Schiedsrichter gibt Elfmeter
Bei allem Respekt vorm Heimpublikum, aber da konnte ich mir das Lachen nicht mehr verkneifen. So eine jämmerliche Fehlentscheidung hab ich live noch nie gesehen. Wie dem auch sei, es ging so weiter. Fehlentscheidung über Fehlentscheidung – kein Wunder, dass ein Bekannter von mir von mafiösen Zuständen in der Gambrinus Liga spricht. Meine Qualen gingen weiter. Das 5:0, gleichzeitig der Endstand, wurde dann per Kullerball erzielt. Der Ball rollte echt mit ca. 5 km/h am Torwart vorbei und ging ins Netz… Ich wollte sterben. Was war das denn? Sportlich konnte man das Ganze echt mit der deutschen 3. oder 4. Liga vergleichen. Die Stimmung flachte dann ab bei Slavia, verstanden hab ich das nicht, egal. Bei Králové ging aber die Post ab und man feierte sich selber – richtig so! Das Gewitter verzog sich und das Spiel endete. Slavia und ihre Fans dann mächtig am feiern, sah sehr geil aus. Und auch besagter David Hubacek wurde wieder gefeiert als ob es keinen Morgen gäbe.
Nach dieser Feierei dann raus und von kritischen Äuglein gemustert worden. Wir hielten allerdings die Fresse und verzogen uns ins Einkaufscenter. Mit ein paar Staros für den Heimweg im Gepäck ging es dann zum Auto und ab ging es wieder Richtung Dresden. Dank des Barney’schen Navis fanden wir auch sehr schnell zurück auf die Autobahn. Nach etwas längerem Halt in Liebenau war man gegen 0:15 Uhr zurück in der Landeshauptstadt. Ab ins Neste! Gudd machen!
Stiftung Klobasa-Test:
Qualität:
- nicht gegrillt
- Geschmack sehr fad
- Brot war aber lecker!
Preis:
- 55 Kronen, ziemlich teuer
Fazit:
- In der Synot Tip Arena besser keine Fettwurst mampfen!
Bilder folgen noch!!